Mit unserer diesjährigen Weihnachtskarte lassen wir unsere Präzisionsteile in einem neuen Licht und in Farbe erscheinen – und so wurde es gemacht: Unterschiedliche Teile werden in einem ersten Schritt mit Farbe besprüht. Im zweiten Schritt werden die Teile per Zufallsprinzip über ein Zeichnungspapier bewegt. Hierfür wird das Zeichnungspapier auf den Boden einer Kartonschachtel gelegt und die besprühten Präzisionsteile dazugegeben. Anschliessend werden die Teile durch Kippen, Drehen, Rotieren, Schütteln, etc. der Schachtel über das Blatt bewegt, wodurch sich unterschiedliche Formen und Linien und dadurch eine zufällige Bildgestaltung ergibt. Durch wiederholtes Experimentieren kann zunehmend bewusster Einfluss auf den Gestaltungsprozess genommen werden – nach dem Motto: aus «Passion für Präzision» wird «Passion für Kunst».
In den vergangen drei Jahren absolvierte ich an der Schweizer Malschule den Basislehrgang Bildnerisches Gestalten. Der Lehrgang ist modular aufgebaut – je drei Module zu den Themen Linien, Formen und Farben. Ziel ist die Vermittlung gestalterischer Grundlagen sowie das Kennenlernen der gebräuchlichsten Zeichen- und Malutensilien und die damit verbunden Techniken. Im Anschluss kann eine dreimonatige Vertiefungsarbeit in Form eines selbständigen Kunstprojekts absolviert werden. Das Thema der Arbeit wird von der Schule vorgegeben.
Das Thema der diesjährigen Vertiefungsarbeit lautet: ich.
Wer bin ich? Wie bin ich geworden? Was macht mich aus? Was prägt mich als gestalterisches Individuum? Welche Farbigkeit gehört zu mir? Aus einer Vielzahl von Ideen und nach diversen Versuchen und Arbeitsproben habe ich mich für eine gestalterische Auseinandersetzung mit dem Fertigungsprozess von Laubscher entschieden. Entstanden sind drei Werke zu den Themen «Schrauben», «Formsuche mit Exzenter» und «Zufallsprinzip mit Präzisionsteilen».
Die Jury fand vor allem Gefallen am Werk «Zufallsprinzip». Fasziniert hat sie die Eigenständigkeit von Technik und Methodik. Im Beurteilungsgespräch hat die Künstlerin Eveline Stauffer als Jury-Mitglied die Kartenidee als Weiterentwicklungsmöglichkeit angesprochen. Da wir in der Vergangenheit bereits Weihnachtskarten mit Bezug zu unserem Tätigkeitsbereich haben herstellen lassen, war es dann nicht mehr ein weiter Weg zur diesjährigen Weihnachtskarte.
Raphael Laubscher